Rundgang zur Universitätsgeschichte
Zwischen Burse, Karzer und Hörsaal -
Ein Studiosus führt durch die Leipziger Universitätsgeschichte
Im Jubiläumsjahr von Leipzigs Hoher Schule können nicht nur Immatrikulierte vom Becher des studentischen Lebens nippen. Treffpunkt Leipzig bietet allen Interessierten einen Rundgang zur Historie der traditionsreichen Alma Mater an, der das universitäre Geschehen zwischen Burse, Karzer und Hörsaal unterhaltsam thematisiert. Keine trockene Vorlesung, sondern kulturgeschichtlich Interessantes und Kurioses aus dem akademischen Leben Leipzigs werden geboten.
An zwei ausgewählten Terminen des Festjahres empfängt Herr Reichelt,Doktorand für Geschichte, seine Gäste 14.00 Uhr auf dem Thomaskirchhof. Am 10. Mai, der Sonntag nach dem Start zu den Feierlichkeiten anlässlich des 600. Geburtstages der Universität Leipzig und am 02. Dezember,der Höhepunkt des Festjahres mit der Erinnerung an den Gründungstag der Alma mater Lipsiensis. Neben diesen öffentlichen Terminen kann der pfiffige Studiosus für private Gruppenführungen gebucht werden.
Er habe zwar so manch juristische Vorlesung tapfer geschwänzt, aber vom Becher des Lebens nicht nur genippt, sondern einen tiefen Zug getan, schrieb Goethe über seine Leipziger Studentenzeit. In der Tat schaffte es der spätere Dichterfürst während seines dreijährigen Studiums der Rechtswissenschaften nur zweimal in die juristischen Vorlesungen. Dennoch gilt er heute als Leipzigs berühmtester Student.
Die Teilnehmer erfahren, warum der Leipziger Student sich die Hörner abstoßen musste, wie er zu den Bierdörfern gelangte und was ihn in den Karzer brachte. Nicht alle Studiosi haben, wie Jean Paul, Hungerjahre an der Pleiße verbracht. Der Jurastudent Telemann leitete das Collegium Musikum, über dessen sangesfreudige Studenten die Chronisten klagten, sie hätten bis spät in die Nacht hinein „geblöcket und tulmutieret“. Der musikalischen Begeisterung hat dies keinen Abbruch getan, denn später haben Richard Wagner, Robert Schumann und Johann Gottfried Seume („Wo man singt … “) akademische Lehrjahre in Leipzig verbracht.
Nicht weniger klangvoll sind die Namen einiger Professoren. Noch 1519 beklagte der Herzog anlässlich der Leipziger Disputation, diesen ginge es nur um ein gutes Mahl und einen Geldgewinn und sie seien träge und unfähig zu urteilen. Gellert scheint dies im 18. Jahrhundert bestätigt zu haben, indem er noch dem schlechtesten Kaffeehaus der besten Schule oder Universität den Vorzug gegeben hat. Die Leipziger Alma Mater hat dennoch Gelehrte von Weltruf hervorgebracht: Den Literaturpapst Gottsched, der seine Ehefrau hinter einem Vorhang versteckt an den Vorlesungen teilhaben ließ, Thomasius mit der ersten deutschsprachigen Vorlesung oder Leibniz, den letzten Universalgelehrten Europas.
Öffentliche Termine:
Sonntag 10.05.2009 Tag nach dem Start zu den Feierlichkeiten anlässlich des 600. Geburtstages der Universität Leipzig
Mittwoch 02.12.2009
Höhepunkt des Festjahres, Erinnerung an den Gründungstag der Universität Leipzig am 02. Dezember 1409
Diesen neuen Kostümrundgang können Sie nach Anfrage für individuelle Gruppen buchen.
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- aktualisiert am 04.09.2010
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