Im Jahr 1122 sollen die Leipziger den Leibarzt von Markgraf Dietrich von Meißen angestiftet haben, den Markgrafen zu vergiften. Ob es so war, wer weiß. Doch diese Tat gilt als Geburtsstunde der Bürgerstadt Leipzig.
Handel und Messe prägten die Stadt und Ihre Bewohner über Jahrhunderte. Wer handeln und Geld verdienen will, braucht nicht unbedingt seinen Landesherren in der Nähe und schon gar nicht die Moral der Kirche. Und so hatten die Leipziger wohl schon immer ein gestörtes Verhältnis zu ihrer Obrigkeit.
Die Industrualiserung brachte für viele Menschen neue Herausforderungen. In Leipzig wurde die erste Gewerkschaft in Deutschland gegründet, der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein entstand in Leipzig und der Allgemein Deutsche Frauenverein. Robert Blum, Wilhelm Liebknecht, Ferdinand Lasalle, August Bebel, Clara Zetkin, Louise Otto-Peters oder Henriette Goldschmidt sind Namen dieser Demokratiebewegung.
Der Rundgang „800 Jahre Bürgerstadt Leipzig & Demokratiebewegung“ zeichnet die Ereignisse nach, vom Mittelalter über August den Starken bis zum Widerstand gegen die braune und gegen die rote Diktatur.
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„Auferstanden aus Ruinen …“ – das ist Leipzig nach 1945. Unliebsame Gebäude, wie die Paulinerkirche, wurden gleich mit gesprengt.
Leipzig in der DDR – das war ein Spannungsfeld zwischen Weltmessestadt und kommunistischer Diktatur.
Hochhäuser sollten die Silhouette der Stadt verändern. Kirchen passten nicht zu einer sozialistischen Großstadt und die Universität bekam nicht nur einen neuen Namen, sondern auch neue Gebäude. Die Bauten der Bürgerstadt Leipzig wurden vernichtet und mit ihnen sollte auch der Bürgersinn gebrochen werden. Aufgegangen ist diese Rechnung nur zum Teil.
Zwischen Diktatur und Widerstand lag das Alltagsleben der Leipziger, der Versuch, in einem angpassten Leben seine persönlichen Freiräume zu finden. Verfall, Umweltverschmutzung und Mangelwirtschaft ließen die Leipziger im Herbst 1989 auf die Straße gehen.
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Die Reichsmessestadt Leipzig war für die Nationalsozialisten wirtschaftlich überlebensnotwendig. In der stolzen Bürgerstadt Leipzig konnten sich NSDAP und braunes Gedankengut nur langsam durchsetzen. Doch sie setzten sich durch.
Denunziation, brennende Synagogen, Judenverfolgung und Deportationen gehören ebenso zur Stadtgeschichte, wie Mitläufertum, Gleichschaltung, Anpassung und Vereinnahmung von Musik und Kultur. Doch es gab auch Widerstand – aus der Arbeiterbewegung, aus der bürgerlichen Mitte, aus der Kirche.
Der Rundgang „Leipzig unterm Hakenkreuz“ zeichnet die Ereignisse der Jahre 1933 bis 1945 nach, erzählt über die Opfer der NS-Diktatur und über mutige Leipziger Bürgerinnen und Bürger, die sich wehrten.
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