Aufbruch & Niedergang – Leipzig in der DDR
Am 18. April 1945 besetzte die US-Army Leipzig. Im Juli 1945 übernahm die Rote Armee die Stadt. Nach den Schrecken des 2. Weltkrieges sollte ein neues, demokratisches Deutschland entstehen.
Für die Menschen im Westen deutschlands erfüllte sich dieser Traum, für die Menschen im Osten nicht. Nach der braunen Diktatur kam eine rote Diktatur.
„Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt …“ heißt es in der Nationalhymne der DDR. Die Ruinen in Leipzig verschwanden und mit Ihnen Gebäude, die den Machthabern unliebsam waren. weiter »
Zwischen Demokratie & Diktatur
Leipzig ist die Stadt des Bürgersinns, des Bürgerstolzes und der Friedlichen Revolution im Herbst ´89. Demokratiebewegung, Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung und die Anfänge der Frauenbewegung sind mit der Stadt verbunden.
Die Lage an wichtigen Handelsstraßen, die Messe mit ihrer über Europa hinaus reichenden Bedeutung machten Leipzig schon seit dem Mittelalter zu einer Stadt der Begegnung, der Freiheit und des Austauschs. Die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte hinterließen auch in Leipzig ihre Spuren. Nationalsozialismus, Judenverfolgung und Zerstörung im 2. Weltkrieg ebenso, wie kommunistische Doktrien und Dikatatur in der DDR. Die Rundgänge von Treffpunkt Leipzig erklären Ihnen die Entwicklung des Bürgersinns in Leipzig vom Mittelalter bis zum Herbst ´89. weiter »
Im Jahr 1122 sollen die Leipziger den Leibarzt von Markgraf Dietrich von Meißen angestiftet haben, den Markgrafen zu vergiften. Ob es so war, wer weiß. Doch diese Tat gilt als Geburtsstunde der Bürgerstadt Leipzig.
Handel und Messe prägten die Stadt und Ihre Bewohner über Jahrhunderte. Wer handeln und Geld verdienen will, braucht nicht unbedingt seinen Landesherren in der Nähe und schon gar nicht die Moral der Kirche. Und so hatten die Leipziger wohl schon immer ein gestörtes Verhältnis zu ihrer Obrigkeit.
Die Industrualiserung brachte für viele Menschen neue Herausforderungen. In Leipzig wurde die erste Gewerkschaft in Deutschland gegründet, der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein entstand in Leipzig und der Allgemein Deutsche Frauenverein. Robert Blum, Wilhelm Liebknecht, Ferdinand Lasalle, August Bebel, Clara Zetkin, Louise Otto-Peters oder Henriette Goldschmidt sind Namen dieser Demokratiebewegung.
Der Rundgang „800 Jahre Bürgerstadt Leipzig & Demokratiebewegung“ zeichnet die Ereignisse nach, vom Mittelalter über August den Starken bis zum Widerstand gegen die braune und gegen die rote Diktatur.
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„Auferstanden aus Ruinen …“ – das ist Leipzig nach 1945. Unliebsame Gebäude, wie die Paulinerkirche, wurden gleich mit gesprengt.
Leipzig in der DDR – das war ein Spannungsfeld zwischen Weltmessestadt und kommunistischer Diktatur.
Hochhäuser sollten die Silhouette der Stadt verändern. Kirchen passten nicht zu einer sozialistischen Großstadt und die Universität bekam nicht nur einen neuen Namen, sondern auch neue Gebäude. Die Bauten der Bürgerstadt Leipzig wurden vernichtet und mit ihnen sollte auch der Bürgersinn gebrochen werden. Aufgegangen ist diese Rechnung nur zum Teil.
Zwischen Diktatur und Widerstand lag das Alltagsleben der Leipziger, der Versuch, in einem angpassten Leben seine persönlichen Freiräume zu finden. Verfall, Umweltverschmutzung und Mangelwirtschaft ließen die Leipziger im Herbst 1989 auf die Straße gehen.
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Die Reichsmessestadt Leipzig war für die Nationalsozialisten wirtschaftlich überlebensnotwendig. In der stolzen Bürgerstadt Leipzig konnten sich NSDAP und braunes Gedankengut nur langsam durchsetzen. Doch sie setzten sich durch.
Denunziation, brennende Synagogen, Judenverfolgung und Deportationen gehören ebenso zur Stadtgeschichte, wie Mitläufertum, Gleichschaltung, Anpassung und Vereinnahmung von Musik und Kultur. Doch es gab auch Widerstand – aus der Arbeiterbewegung, aus der bürgerlichen Mitte, aus der Kirche.
Der Rundgang „Leipzig unterm Hakenkreuz“ zeichnet die Ereignisse der Jahre 1933 bis 1945 nach, erzählt über die Opfer der NS-Diktatur und über mutige Leipziger Bürgerinnen und Bürger, die sich wehrten.
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